Challenge Roth 18.07.2010

Endlich war es soweit. Nach monatelangem Training machten wir uns am Mittwochabend auf in Richtung Roth.

Die drei Tage vor Ort nutzten wir um ein wenig zu entspannen, die Startnummern abzuholen und noch ein wenig auf der Wettkampfstrecke zu trainieren. Am Samstag haben wir unsere Räder in der ersten Wechselzone eingecheckt.

Sonntag / Wettkampftag

Am Wettkampftag ging es dann schon um 4Uhr ans aufstehen und frühstücken um dann pünktlich 4:30Uhr anzufahren zum Start. Durch unsere Profizuschauer nahmen wir Schleichwege, die etwas zur Verwirrung führten, aber doch ans Ziel führten. In der Wechselzone traf ich dann die „alten Bekannten“ aus Berlin.

6Uhr erfolgte der erster Start der Profis.

Schnell noch einmal zu mein Engelchen einen Kuss holen und dann wieder schnell in die Wechelzone zurück und den Neo anziehen.

Mein Start war 6:55Uhr sodass ich die ersten Profis noch aus dem Wasser kommen sah.

Schwimmen:

Geschwommen wurde im Main-Donau Kanal einmal hin und wieder zurück, am Start vorbei und noch eine kleine Runde in die andere Richtung.

Mein Start war natürlich wie bei jeden anderen olympischen Wettkampf, den ich gemacht habe. Die ersten 50m losprügeln. Schnell merkte ich, dass kein anderer so los schwimmt wie ich, also habe ich auch gleich mal das Tempo reduziert. Nachdem ich dann eine gute Reiseschwimmgeschwindigkeit gefunden habe kamen auch schon fast die ersten aus den Gruppen vor meiner, die ich überholen musste. Das ging auch erstaunlich gut, weil alle recht breit gefächert geschwommen sind. Auf dem Rückweg wurde es dann doch noch etwas voller und die Zahl der verschiedenen Badekappen aus den Startgruppen vor mir erhöhte sich. Dann der Ausstieg und der Blick zur Uhr… mist die Stoppuhr ist mal wieder nicht gestartet. Es war 7:53h also war ich ca. 58min im Wasser (wenn meine Uhr genauso geht wie die des Veranstalters;). Schnell meinen Beutel suchen und ab in das Umkleidezelt, doch was sehe ich da? Das Zelt war voll, es war kaum noch ein Platz zum umziehen da. Dann habe ich doch einen gefunden und ein freier Helfer hat mir gleich meinen Beutel aufgehalten um den Neo reinzustopfen. Dann ein kleiner Schreckmoment, als der Helfer meinte meine Schwimmbrille und Badekappe sei nicht da. Nach kurzem Rückweg nach draußen viel mir ein, dass ich die doch immer im Neoärmel hängen lasse also auf geht’s zum Rad, doch wo genau stand das nochmal? Ich hatte mir den Weg eigentlich eingeprägt, bin dann aber doch in die falsche Gasse gelaufen. War aber nicht schlimm, ich hab es doch noch gleich gefunden. Nun aber los…

Rad:

Mir als Rookie wurde immer wieder gesagt, dass ich bloß losfahren soll wie im Training und anfangs essen und trinken soll. Also habe ich auf den ersten Kilometern ein kleines Picknick veranstaltet mit Rigel und Isogetränk.

Schon bei den ersten Kilometern, wie auch von vielen vorhergesagt, überholten mich viele in einem Affenzahn. Einer schrie bei Kilometer 8 sogar eine andere Frau an, dass sie jetzt Gas geben soll und zog an mir vorbei als würde ich stehen. Schön fahren lassen und locker bleiben habe ich mir immer wieder gesagt und auch gemacht. So vergingen die ersten Kilometer.

In Selingstadt nach der Verpflegung stand dann unser großer Fanklub. Meine Eltern, die gerade auf dem Weg zum Fanklub waren, haben mich jedoch nur erkannt, weil ich Ihnen zugerufen habe. Danach ging es etwa 20km nach unten bis zum Gredinger Berg. Auch diesen bin ich locker im kleinsten Gang hoch geleiert. Die Kilometer vergingen ohne große Anstrengung. Langsam bekam ich Zweifel, ob ich wirklich so locker fahren soll, wie alle mir empfahlen. Dann auf einmal kam der berüchtigte Solarer Berg. Sehen konnte man den eigentlich nicht vor lauter Zuschauer. Es war einfach ein einmaliges Erlebnis zwischen tausenden von Zuschauern eine enge Gasse den Berg hinauf zu fahren. Mir war es auch egal, dass man nicht überholen konnte. Diesen Eindruck konnte man einfach nur genießen.

In der Zweiten Runde sollte ich dann zwar immer noch locker fahren, aber etwas schneller als in der ersten Runde (Zitat: Ralle). Vom Gefühl her bin ich auch schneller gefahren, habe aber die Rundenzeit nicht gestoppt. Als es dann in Richtung Roth ging habe ich angefangen zu rechnen, welche Zeit es denn ungefähr wird. 5:10h bis 5:15h für den Radpart, das passt; dann habe ich noch min 3:45h um unter 10h zu finishen. Das sollte doch passen, so gut wie ich mich fühle.

Laufen:

Nach einem schnellen Wechsel durch die fleißigen Helfer in der 2. Wechselzone ging es auf den abschließenden Marathon. Und wieder hatte ich im Ohr: „Es wird dir leicht vorkommen aber du musst dich zügeln. Versuch langsam zu laufen.“ Genauso fühlte es sich wirklich an, also versuchte ich auch nicht zu schnell los zu laufen. Nach einem Kilometer stand auf der Uhr 5:15… hmm so langsam fühlte es sich dann auch nicht an. Aber gut versuchste mal ein wenig schneller zu laufen um einen 5min Schnitt zu laufen, dachte ich. Kurze Zeit später fiel mir auf, dass das die Gesamtzeit nach dem Schwimmen war, und nicht der Split. Bei Kilometer 2 stand dann 9min…huch also doch etwas zu schnell. Na bloß gut, dass ich doch das Tempe noch ein wenig raus nehmen kann. Also pegelten sich die nächsten Kilometer bei 5min ein. Bei der Lände dann wieder unser Profifanklub. Mein Engelchen kam auch gleich auf mich zugerannt um ein paar Meter neben mir her zu laufen. (Danke mein Engelchen J )

Danach kam der Kanal! Immer geradeaus und kein Ende in Sicht, nur alle 2km eine Verpflegung wie eine Oase. Ab Kilometer 15 merkte ich dann langsam den Energiemangel durch kribbeln in den Händen und im Gesicht. So verringerte ich das Tempo ein wenig nahm bei jeder Verpflegung jetzt noch mehr Gel und Wasser zu mir. Leider war das bei Kilometer 22 dann zu viel für meinen Magen. Also kotzte ich erst einmal alles wieder aus und das ausgerechnet genau vor meinen Eltern und Karo wieder zurück an der Lände. Danach war dann allerdings wieder alles Ordnung und ich konnte ohne Probleme weiter laufen; wieder am Kanal, nur dieses mal in die andere Richtung.

Als dann irgendwann auch mal die letzten 10 Kilometer anbrachen fingen meine Beine langsam an zu schmerzen. Ich dachte nur, die letzten Kilometer werde ich doch jetzt auch noch schaffen, ohne einzubrechen. Und noch über eine Stunde Zeit um unter 10h zu bleiben, das muss einfach reichen.

Wieder zurück zur Lände (nun schon das dritte Mal) und noch 6km bis zum Ziel, erinnere ich mich nur noch an einen Satz von Ralle: „Das wird ne Zeit unter 10h. Kneif die Arschbacken zusammen.“ Wenn der das sagt J

Die letzten 2km mitten durch Roth waren noch einmal großartig mit vielen Zuschauern und Fans.  Durch den Zielkanal wurde man dann förmlich von den Zuschauern getragen.

Am Ende stand eine Zeit von 9:46:02h auf meiner Urkunde was den 182. Platz gesamt und den 23. in der Alterklasse bedeutete. Und das bei meiner ersten Langdistanz. Das war einfach ein unglaubliches Gefühl.

Meine Zeiten:

Startzeit 06:55:00
Swim 00:57:36
Trans 1 00:02:15
Bike 05:08:59
Trans 2 00:01:40
Lauf 03:35:34
Finish 09:46:02

Zum Schluss möchte ich noch meinem Engelchen Danken, die mich maßgeblich dazu animiert hat mich überhaupt für den Wettkampf anzumelden und natürlich auch für die Geduld und das Verständnis, dass sie aufgebracht hat während der ganzen Vorbereitungsfase.

Natürlich danke ich auch den Profizuschauern, die überall an der Strecke standen und uns angefeuert haben. Danke auch noch einmal an Steffi, die mir ihre Laufräder geliehen hat.

Bilder von Veranstallter gibt es hier. P.S. Bei den Video unten bin ich auch bei before finish und finish zu sehen.

Bilder von Roth gibt es hier.


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